19.–20. Mai — Hobo-Camping, breitere Schuhe und Norovirus-Panik

Der Tag nach der Nachtwanderung wurde am Campspot mit Lesen verbracht. Alle haben leicht Panik geschoben wegen des Norovirus. Bei mir bisher alles ok. Ob jemand wirklich Norovirus hatte oder einfach zu viel bei McDonald's gegessen hatte, ist nicht restlos geklärt. Jemandem soll es nicht sonderlich gut gegangen sein.

Tag 39 bin ich dann weitergegangen. Nichts Erwähnenswertes ist passiert. Etwas bergauf, sonst nichts Aufregendes. Ich bin immer überzeugter, dass ich breitere Schuhe brauche. Barfuss laufen: kein Problem. Schuhe anziehen: linker Fuss schmerzt. Das Muster ist ziemlich eindeutig.

Bessere Gelegenheit, die Solarzellen ausgiebiger zu testen. Für wie sonnig es hier ist, könnte die Leistung besser sein — sie sind aber auch nicht gross, also sollten die Erwartungen entsprechend sein. Ein anderer Hiker hat sein Handy direkt an die Solarzellen angeschlossen und in zwei Stunden guter Sonneneinwirkung 40–50% Akku erhalten. Das mache ich nicht: direkt laden kann die Batterie durch schwankende Energiezufuhr belasten. Besser den Umweg über die Powerbank nehmen. Für meinen Verbrauch reicht die Leistung gut. Die offene Frage: Reicht das auch bei weniger Sonne? Die Zeit wird es zeigen.

Der Tag war heiss. Gegen Abend wurde es kühler.

Für den nächsten Tag war geplant, in die Stadt zu gehen. Wie mittlerweile bekannt sein dürfte, ist das frühe Aufstehen keine Stärke. Die Nächte sind kalt — etwa fünf Grad — was typisch für die Wüste ist: heisse Tage, kalte Nächte. Das hat zur Erfindung des Hobo-Campings geführt, eine Technik, die ich für mich beanspruche, zumindest unabhängig entwickelt zu haben. Das Prinzip: beim Nachtwandern Schichten anziehen, bei Wärme ausziehen, und dann einfach irgendwo hinlegen und schlafen, so wie man gerade ist. In der Praxis: mässig erfolgreich. Der Boden entzieht zu viel Wärme. Auf dem Rucksack liegen hat geholfen, war aber nicht angenehm. Schlussendlich war es einfach zu kalt, also habe ich den Schlafsack herausgezogen und ihn wie eine Decke über mich gelegt. Warm genug, nicht wirklich elegant.

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