
Kein Regen über Nacht, aber alles war noch nass. Um 6 Uhr aufgestanden. Die anderen fingen an, sich ungefähr zur gleichen Zeit zu bewegen.

Auf dem PCT gibt es die Tradition, dass Wanderer Trail-Namen bekommen. In den USA scheint es generell üblich zu sein, sich gegenseitig Spitznamen zu geben — einer in meiner Nähe heisst "Screaming Chicken" (irgendwas mit einem Auto), ein anderer einfach "Pants". Keine Ahnung warum Pants. Wir haben eine Weile geredet — sie, ich und jemand, dessen Familie ihn am Vortag auf dem Trail besucht hatte. Das Gespräch kam auf einen bevorstehenden Abschnitt, wo man nicht einfach irgendwo zelten kann. Wir haben uns grob darauf geeinigt, dieselben Campspots anzusteuern, da wir alle etwa 16 Meilen pro Tag machen.
Ich bin gegen 9 Uhr aufgebrochen, bin aber nicht weit gekommen. Früh angehalten, um alles auszubreiten und trocknen zu lassen – nasse Schuhe sind besonders problematisch. Das hat etwa zwei Stunden gedauert. Zurück auf dem Weg um 11:20 Uhr.
Die Sonne verschwand kurz darauf. Ich bewegte mich weiter, naschte zwischendurch Nüsse und einen Riegel. Dann endlich – Bäume. Der Cleveland National Forest. Nach Tagen mit Gestrüpp und offenen Hügeln, echter Schatten und echter Wald. Das fühlte sich gut an.
Ich habe mich zweimal verlaufen. Nicht dramatisch, nur vom Weg abgekommen – die Art, die passiert, wenn man nicht oft genug auf die Karte schaut. Das hat mich etwa 30 Minuten gekostet.
Spät in Lake Morena angekommen. Habe einen Burger gegessen – mittelmäßig, aber es war ein Burger, und davon hatte ich in letzter Zeit nicht viele. Habe Vorräte für 2–3 Tage aufgefüllt und jemanden vom Lager der letzten Nacht getroffen. Da es schon 17 Uhr war, beschlossen wir, ein Stück zu überspringen und ein Stück der Straße zu folgen, um vor Einbruch der Dunkelheit zum Zeltplatz zu gelangen.
Just before 6pm we arrived. Found Pants already there, plus a woman who’d done 30 miles that day — her second day on trail. She was something else. Very into it, in a good way. She got fascinated by German words and my accent. We ended up exchanging Instagram accounts.
Wir vier teilten uns einen Zeltplatz. Hier muss man dafür bezahlen – $35 pro Platz, geteilt durch vier. Jeder Platz ist groß genug für 20 Zelte, aber sie sind auf 8 begrenzt. Ich traf auch Leute von meinem allerersten Camp, was eine schöne Überraschung war.
Sie hatten Knorr auch hier – nur unter einem anderen Namen. Unsere Aussprache brachte uns ein gutes Echo ein. Wir haben an dem Abend viel geredet: Amerika, Kultur, Politik. Gute Unterhaltung. Langer Tag, guter Abschluss.
Fotos — Tag 3




