
Um 6 Uhr aufgestanden, mehr oder weniger im Gleichschritt mit allen anderen im Camp. Frühstück: Haferflocken, heisses Wasser und ein grosszügiger Schuss Tabasco. Vielleicht unkonventionell, aber es funktioniert. Wenn man alles auf dem Rücken trägt und Geschmack sonst fehlt, improvisiert man. Ein paar Mithiker haben Vorschläge gemacht — ich habe sie für später notiert. Vorerst haben die Tabasco-Haferflocken ihren Zweck erfüllt.
Um 7:45 Uhr draussen. Es hatte die Nacht über stark geregnet, und es regnete weiter. Nicht nur Nieselregen — richtiger Regen, etwa die halbe Tageshälfte lang. Alles war nass. Die Luft war kalt und der Trail wurde weich unter den Füssen. Man senkt den Kopf und läuft trotzdem.
Am Vormittag erzählte mir einer der Hiker eine Geschichte über den Rainmaker — kein Trail-Name, eher eine Trail-Legende. Jemand, der diesen Abschnitt angeblich schon durchquert hatte, und überall wo er hinkam, folgte Regen. Ob das stimmt oder nicht — es war ein gutes Gesprächsthema, während der Himmel genau das tat.
Meile 32 kam am frühen Nachmittag. Die Beine haben funktioniert, der Rucksack fühlte sich handhabbar an. Nicht schnell, aber stetig. Als das Camp in der Ferne auftauchte, hatte der Regen nachgelassen und die Hügel begannen zu trocknen. Zelt aufgestellt. Abendessen gemacht. Das war Tag zwei.
Photos — April 13



