Es geht los. Eine halbe Meile von der mexikanischen Grenze entfernt, am südlichen Endpunkt des Pacific Crest Trail. Tag eins.

Der erste Stopp war ein kleines Camp nahe der Grenze, betrieben von Leuten, die den PCT bereits gelaufen sind — manche mehr als einmal. Es war ganz nett. Das ist Noah-Sprech für: wirklich gut. Sie haben alles Wissenswerte erklärt: Sicherheit, Tempo, Wasserquellen, die ungeschriebenen Regeln des Trail-Lebens. An diesem Abend kostete ein Zeltplatz $15 — Frühstück inklusive. Jeden Cent wert.
Am nächsten Morgen: um 4 Uhr aufgestanden. Rucksack gepackt, Frühstück gegessen, Schuhe an. Ein Gruppenfoto mit den anderen Hikern im Camp, dann raus auf den Trail. Einige dieser Gesichter tauchten im Laufe des Tages wieder auf — ein kurzes Nicken, ein gemeinsames Stück Weg, dann wieder auseinander. Das ist bereits der Rhythmus des PCT.
Eine Überraschung: die Landschaft. Trockene, flache Wüste hatte ich erwartet. Was ich stattdessen fand, waren sanfte Hügel mit dichtem, lebendigem Gestrüpp — manche Büsche höher als ich (was bei 1.95m etwas bedeutet), andere nur hüfthoch, dazwischen gelegentlich ein niedriger Baum. Grün, strukturiert, schön. Nicht das, was die Karten vermuten liessen.
Guter Fortschritt bedeutete eine volle Stunde Pause zur Mittagszeit. Gegen 17 Uhr habe ich bei Meile 16-irgendwas das Zelt aufgestellt. Drei weitere Hiker kamen kurz darauf — ein Pärchen und eine Frau alleine. Abendessen: Chili-Reis in Tortillas gepackt. Über kleiner Flamme gekocht, unter freiem Himmel gegessen. Einfach, warm, genau richtig.
Die Gespräche im Camp drehten sich um das übliche Ersttag-Territorium: Woher kommst du, was hat dich hierher gebracht, wie weit gehst du. Ein Mithiker hat mich den ganzen Tag begleitet — mal voraus, mal dahinter, immer wieder aneinander vorbei ohne je wirklich synchron zu laufen. Auch das, so scheint es, ist wie es läuft.
Tag eins. Erledigt.
Fotos — Tag 1



