Um 7 Uhr war ich da, um meine Sandwiches abzuholen. Der Verkäufer hatte eine Stunde Verspätung. Nicht das Ende der Welt, aber nicht wie geplant.

Die Sandwiches selbst waren gut, wenn auch kleiner als erwartet — ich hatte sie mir im Laufe des gestrigen Tages irgendwie riesig vorgestellt. Keine Ahnung warum. Am Ende habe ich beide zum Frühstück gegessen, statt einen fürs Mittagessen aufzuheben. Habe mit Leuten geredet, die letzten Einkäufe erledigt und bin gegen Mittag losgegangen.
Die Sonne war draussen. Irgendwo über mir ein Adler. Ein guter Start in den Nachmittag.
Kurz nach dem Loslaufen bin ich einem seltsamen Typen begegnet. Er ist mir auf dem Trail entgegengekommen. Ich habe beim Vorbeigehen Hallo gesagt. Nichts — nur ein Starren. Als ich zurückgeschaut habe, hatte er sich umgedreht und war direkt hinter mir. Ich habe angehalten und gefragt, ob alles in Ordnung sei.
«I know what you are. I know what you’re trying to do.»
«Ok — wandern?»
Er hat noch etwas gestarrt. Dann ist er umgekehrt und in die andere Richtung gegangen. Manchmal liefert der Trail etwas Unerwartetes — und nicht auf eine gute Art.
Später bin ich an einen Bach gekommen. Der Trail hat ihn fünf Mal gekreuzt. Ich habe angehalten, Wasser gefiltert, getrunken und bin nach etwa zehn Minuten weitergelaufen.
Gegen 15:30 Uhr habe ich auf die Karte geschaut und bemerkt, dass die nächste Wasserstelle 8 Meilen entfernt ist. Ich hatte nur noch wenig Wasser dabei. Keine Wahl — ich musste da hin. Kein Wasser bedeutete kein richtiges Abendessen und kein gescheites Frühstück. Ich habe das Tempo erhöht und bin genau angekommen, als der Nieselregen begann. Eine Wolke hatte sich über die Hügelkuppen gelegt. Das hat mich stark an Zuhause erinnert.
18 Meilen waren es an diesem Tag. Der Ort hiess Mike’s Place — nach Mike benannt, dem Besitzer, der dort lebt. Ein bekannter Stop auf dem PCT. Wasser vorhanden und Übernachten auf dem Grundstück erlaubt. Einiges liegt auf dem Gelände herum — der Ort sieht aus, als hätte alles sich über Jahrzehnte angesammelt. Habe dann mein Zelt aufgestellt. Mittendrin hat der Wind gedreht und ich war nicht mehr im Windschutz des Gebäudes.
Mal schauen, wie die Nacht wird.

