9. Mai — Mondwanderung, ein kleiner Sturz und ein Lagerfeuer

Damit ich meine acht Stunden Schlaf kriege, bin ich schlussendlich um 2.00h aufgestanden. Der Mond hat durch die Äste hindurch geschienen, und ich habe genügend Wasser gefiltert, um bis zum nächsten Ort zu gelangen. Alles zusammengepackt — ich hatte nur den inneren Teil des Zeltes gegen Insekten aufgestellt. Die Idee war, ohne Stirnlampe zu wandern. Das hat gut funktioniert, solange es nicht zu viele Bäume gab, die starke Schatten geworfen haben.

Bis auf einen Ort, an dem der Weg am Hang verlaufen ist, gut ausgeschaut hat, aber abgebrochen war. Ich bin ins Leere getreten und ein Stück den Hang hinuntergepurzelt. Glücklicherweise nur einen kleinen Kratzer am Knie, sonst nichts. Vermutlich war ich langsamer als gedacht — dunkel, und der Weg an vielen Stellen zusammengebrochen.

Bei Sonnenaufgang bin ich am Campspot der Gruppe von gestern angekommen. Der Sonnenaufgang war wirklich schön, ich habe mir Zeit genommen, ihn zu beobachten. Danach war mir noch nicht danach, weiterzuwandern, also habe ich im Gras etwas Schlaf nachgeholt. Um ca. 6h war Sonnenaufgang, um etwa 9h bin ich wieder aufgewacht und weitergegangen.

Sunrise on the PCT

Wo die anderen übernachtet hatten, habe ich meine letzte Pause gemacht — die letzte Gelegenheit, Wasser aufzufüllen vor 16 Meilen ohne Wasserquelle. Getrunken, mit anderen gesprochen, gewartet. Ich bin mit weitaus mehr Wasser losgegangen als notwendig, weil ich Respekt davor hatte, dass es wieder so heiss würde wie zwei Tage zuvor. Nach der ersten der drei Steigungen war klar, dass ich nicht alles trinken würde. So habe ich mit einem Teil davon Mittagessen zubereitet — Fertigpasta, nicht wirklich lecker und nicht so viele Kalorien wie gedacht (die Angabe war für zwei Packungen). Mit drei Litern weitergegangen.

Ein Hiker, den ich schon mehrmals gesehen habe, ist mir wieder begegnet. Ein sehr aufgestellter, der mit einem anderen unterwegs ist. Wir sind uns den Tag über immer wieder begegnet. Ansonsten waren nicht viele auf dem Trail. Wir sind bis über 8000 Feet hochgewandert und auch einiges runter. Recht bergig, jedoch nicht, wie ich es von der Schweiz kenne — keine felsigen Spitzen, noch immer bewaldet. Von weitem habe ich sogar etwas Schnee gesehen. Meine linke Fusssohle hat vom Vortag noch etwas geschmerzt, leicht störend. Ansonsten habe ich meine Snacks gegessen, um auf die täglichen x-tausend Kalorien zu kommen, was gar nicht so einfach ist.

Das letzte Stück bin ich mit einem Hiker zusammen gewandert. Dabei haben wir die Gruppe von Nitsy wieder gesehen. Wir sind an einen Campground gekommen, am Ende der 16 Meilen, wo wieder Wasser verfügbar ist. Ein Hiker hat ein Feuer gemacht, da bin ich dann auch geblieben. Etwa neun Hiker waren an diesem Spot, weniger als erwartet — einige sind wohl noch ein paar Meilen weitergegangen. Ein angenehmer Abend. Wir sassen am Feuer, haben geredet, und irgendwann habe ich mein Abendessen zubereitet — nicht auf dem Feuer. Sehr angenehme, lustige Leute. Ich habe wieder den inneren Layer meines Zelts aufgestellt, da Wasser in der Nähe und die Mücken nervig waren. Dann bin ich schlafen gegangen.

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