10. Mai — Big Bear, ein Outdoor-Laden und Ping-Pong mit Hikern

Der Plan war, bis Mittag auszuschlafen. Die Sonne hatte andere Pläne. Um 8 oder 9 Uhr war es bereits zu heiss im Zelt — ich bin schnellstmöglich aus dem Schlafsack und dem Zelt gekrochen und habe Schatten gesucht. Es gab recht viele Bäume um mich herum, aber genau da, wo mein Zelt stand, war keiner. Die meisten Hiker waren schon früh losgelaufen, um in die Stadt zu gelangen.

Wie immer Frühstück gemacht, alles aus dem Zelt in den Schatten gestellt, das Zelt aber noch stehen gelassen. Später kam eine Französin des Weges, deren Hotspot ich nutzen konnte, um nachzuschauen, wann meine Solarzellen geliefert werden. Es wurden weitere vier Tage angegeben. So habe ich entschieden, weiterzuwandern und von der nächsten Stadt mit dem Bus zurückzufahren — nervig, aber die beste Idee, die mir eingefallen ist.

Trotzdem bin ich kurz noch geblieben. Ein deutsches Paar, das ich schon öfters getroffen habe, ist aufgetaucht, und wir haben länger geschwatzt. Ich bin erst gegen 14.00h losgekommen. Weit bin ich nicht gekommen — ca. 3.5 Meilen. Dann bin ich vom Weg abgegangen auf eine wirklich schlechte Erdstrasse, auf die ich mich nicht einmal mit einem Traktor trauen würde. Von da aus weitere 2.5 Meilen zu einer Bushaltestelle. Ich musste mich beeilen, habe den nächsten Bus aber gerade noch erwischt — und er fährt nach Big Bear. Der Bus ist übrigens gratis. Das scheint in touristischen Gegenden in Amerika oft der Fall zu sein, sehr angenehm.

Ich bin in einen Outdoor-Laden gegangen und habe einige Dinge gekauft, unter anderem eine neue Stirnlampe — akku- statt batteriebetrieben. Eine Black Diamond Storm. Weitaus grösser als die letzte und auch stärker. Der Laden hat zu ca. einem Viertel Wanderequipment, der Rest ist Fischer-Ausrüstung. Köder, Angeln, Kleidung, sogar Bogen-Fischerei-Sets. Ein ziemlich cooler Laden, auch wenn ich vorwiegend an der Wanderausrüstung interessiert war.

Mittlerweile war es kurz vor 18.00h. Ein Hostel in der Nähe für ca. 36 USD die Nacht — ich wollte zwei Nächte bleiben und einen Zero-Day einlegen. 8er-Zimmer, aber nur drei Schlafplätze belegt. Ein netter Ort, mit einem Community-Raum und einem Pingpong-Tisch. Mit einer pensionierten Geologin habe ich länger gesprochen, sehr spannend. Schlussendlich habe ich die Küche genutzt und wie auf dem Trail gekocht, statt mir eine Pizza zu organisieren.

Pizza in Big Bear

Beim Buchen des Zimmers ein Schreckmoment — ich konnte meinen Pass nicht finden und hatte schon das Schlimmste befürchtet. Er steckte in einer anderen Tasche als gewohnt. Alles ok.

Ein unterhaltsamer Tag. Neue Bekanntschaften, gute Gespräche und einige Pingpong-Spiele mit den anderen Hikern.

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