Was für ein Tag.

Am Morgen hatte ich noch einen halben Liter Wasser und nichts zu essen, das ohne Kochen auskommt. Der Plan war einfach: zur nächsten Wasserquelle laufen, einige Meilen entfernt, direkt auf dem Trail markiert. Handy aus um Akku zu sparen, einfach loslaufen.
Irgendwann habe ich einen Blick auf die Karte geworfen. Die Quelle lag nicht direkt auf dem Trail — nur knapp daneben, nahe genug, dass der Unterschied erst beim starken Reinzoomen sichtbar wurde. Ich hatte die Abzweigung bereits um drei Meilen verpasst, alles bergab. Zurückgehen kam nicht in Frage.
Die nächste Quelle lag etwas mehr als neun Meilen entfernt. Ich hatte nichts gegessen, ich hatte kaum noch Wasser, und war wieder in der Wüste — hügelig, aber mit eindeutig wüstenähnlichem Gelände. Glücklicherweise wehte den ganzen Tag ein kühler Wind. Ohne ihn wäre es wirklich unangenehm geworden.
Etwa vier Meilen vor der nächsten Quelle bin ich auf eine sehr seichte, nicht gerade angenehm riechende Pfütze gestossen. Ich habe dreimal gefiltert — zuerst durch den Trinkschlauch um das Gröbste zu entfernen und den Filter zu schützen, dann durch den Filter selbst, und schliesslich mit Aquatabs gereinigt und mit Elektrolyten aufgewertet. Ein Liter trinkbares Wasser. Noch immer nichts zu essen.
Unten habe ich die Gruppe von vier Hikern getroffen, die ich am Tag 21 erwähnt hatte. Sie haben mir Gas und Snacks gegeben — ich war wirklich dankbar, besonders für das Essen. Nach drei Energieriegeln und zwei Packungen Kartoffelstock war die Welt wieder in Ordnung.
Cowboy Camping in der Nacht war perfekt — bis der Mond aufging. Er war absurd, fast komisch hell, wie ein aufgestellter Scheinwerfer. Ohne Stirnlampe hätte ich jeden Stein gesehen. Irgendwann bin ich aufgewacht und habe im Rucksack gesucht, ohne jedes Licht zu benötigen. Es hat peinlich lange gedauert, bis ich auf die Idee gekommen bin, die Mütze über die Augen zu ziehen. Danach war schlafen einigermassen möglich.
Die Gruppe erwähnte, dass sie am nächsten Tag jemanden besuchen würden — möglicherweise mit Platz für einen weiteren Hiker.


