
Technisch gesehen ist der Tag noch nicht zu Ende. Ich koche — spanischen Reis mit Thunfisch in Tacos — und da ich sonst nichts zu tun habe, ist das ein guter Moment zum Aufnehmen. Ursprünglich habe ich den Reis mit Hühnchen zubereitet. Thunfisch hat auf die gleiche Menge mehr Eiweiss und ist trotz Wildfang etwas günstiger. Wieso auch immer.
Die Sonne hat mich wieder geweckt. Man spürt die Hitze, bevor man richtig wach ist, und der einzige Gedanke ist: schnellstmöglich raus. Kein angenehmer Start.
Der Morgen war gemütlich. Zuerst Wasser gesucht und gefiltert, dann gefrühstückt und gelesen, sobald ich Schatten hatte. Beim Frühstück ist ein Vogel durch die offene Zelttüre hereingeflogen. Glücklicherweise hat er den Ausgang schnell wieder gefunden — bei Insekten ist das jeweils umständlicher.
Dann habe ich die Solarzellen zum ersten Mal getestet. Sehr zufrieden. Eine Vermutung hat sich aber bestätigt: mein Zelt ist nicht sonnenstrahlenabweisend. Ich hatte schon immer den Eindruck, dass es darin viel zu schnell viel zu heiss wird. Die Solarzellen haben durch beide Lagen des Zelts geladen — was einiges darüber aussagt, was das Material durchlässt. Vermutlich immer noch besser als direkt in der Sonne. Vermutlich.

Während meines langsamen Morgens sind einige Leute vorbeigekommen, darunter der Hiker vom Vortag. Einigen konnte ich den Weg zur besseren Wasserquelle zeigen. Ich bin erst um 13 Uhr losgelaufen.
Irgendwann bin ich an eine schöne Flussüberquerung gekommen — warm, aber nicht unangenehm. Um ca. 15.30 Uhr habe ich Beef Jerky gegessen und über meine Wassersituation nachgedacht. Der neue Beutel funktioniert gut, liegt aber im Rucksack, sodass ich ihn jedes Mal auspacken muss, um zu sehen wie viel noch drin ist. Ich überlege, den Drei-Liter-Beutel seitlich am Rucksack zu tragen und innen nur eine kleinere Reserve mitzunehmen. Drei Liter reichen meistens — ausser es ist sehr heiss oder sehr weit. Ich muss das noch durchdenken.
Kurz darauf habe ich eine mittelgrosse Klapperschlange am Wegrand gesehen. Genug Abstand gehalten, sie hat sich nicht bewegt. Ich auch nicht — für einen kurzen Moment. Dann weitergegangen.
Etwa 6.5 Meilen weiter kam ich an eine Brücke mit einem wunderschönen Platz darunter — idyllisch, gutes Wasser, ansprechend zum Übernachten. Da ich erst ca. 13 Meilen gelaufen war, habe ich nur eine Pause eingelegt, Wasser gefiltert und geredet. Dann bin ich weitergegangen. Ich hatte mir mental 0 bis 7 weitere Meilen vorgenommen — es wurden über 7, und beim Ankommen fühlte ich mich noch so gut, dass ich kurz ans Weiterlaufen dachte. Da ich nicht wusste, was kommt, bin ich geblieben.
Die letzte Meile war im Dunkeln, ca. 21.30 Uhr. Ich hatte ein Video aufgenommen, das grossartig geworden wäre — und es ist verschwunden. Ich finde es nicht mehr. Das nervt mich wirklich. Ich denke über eine GoPro oder ähnliches nach. Andere tragen sie an der Brust oder am Rucksack. Mit der Solarzelle hätte ich genug Strom — aber das sind wieder Ausgaben, die ich mir überlegen werde.
Das Gebüsch war heute eine Plage. Mein Rucksack ist ständig hängengeblieben. Nichts hat wirklich geholfen.

Alles in allem ein cooler Tag, ich habe mich gut gefühlt. Jetzt sitze ich mit meinem Abendessen, nah bei mir plätschert das Wasser. Alles gut.
Um ca. 23.30 Uhr sind Nachtwanderer vorbeigekommen und haben mir durch die Zeltwände geleuchtet. Mal interessant, auf der anderen Seite davon zu sein.