Stadtpause. Julian, CA.

Nach Julian reingekommen mit einem Trail Angel — jemand der in der Hauptsaison stündlich zwischen Trail und Stadt hin- und herfährt, kostenlos.
In der Stadt bin ich jemandem begegnet, den ich schon vom Trail kannte. Ich erwähnte, dass ich neue Gamaschen brauche — meine wurden mit zwei kleinen Schnüren gehalten, und alle vier rissen innerhalb von zwei Tagen. Ich hatte darauf vertraut, dass ein Laden der auf Wanderausrüstung spezialisiert ist, weiss was er verkauft. Das war mein Fehler. Der andere Hiker wollte zufällig gerade ein Paar loswerden — kein Schnursystem, eine andere Befestigung. Einfach abgegeben. So läuft das hier draussen.
Geschlafen in der American Legion. Ein Veteranenklub — dieser hier ist öffentlich zugänglich. Zehn Dollar: eine Liege und Zugang zu Strom. Kein schlechter Deal. Insgesamt waren wir etwa fünfzehn Hiker; wer keine Liege bekam, schlief auf dem Boden.
Die meiste Zeit verbrachte ich mit Admin und Nachschub. Nüsse waren nirgendwo zu finden — bis sich herausstellte, dass ich am falschen Ort gesucht hatte. Es gibt einen Laden der nur Süssigkeiten, Nüsse und Alkohol verkauft. Dort gefunden, mehr mitgenommen als geplant. Zusammen mit den Energieriegeln die ich schon hatte, trage ich jetzt eine beträchtliche Menge Essen. Das Gepäck verkraftet es. Mein Knie macht mir etwas zu schaffen. Habe eine Kniebandage gekauft — dasselbe Problem wie bei meiner letzten Wanderung in der Schweiz. An viel Laufen muss man sich erst gewöhnen.
Ausserdem eine Tasche die am Rucksack befestigt wird — fürs Handy, als Ersatz für die Hüfttasche. Die bog sich gegen meinen Körper und ich wollte sie sowieso für Snacks. Die neue erfüllt ihren Zweck besser und soll wasserdichter sein. Urteil noch ausstehend, bisher gut. Dazu ein Brillenband — Brille war etwas zu gross und rutschte ständig nach vorne. Problem gelöst.
Abendessen am ersten Abend in der Julian Beer Company, mit ein paar Leuten vom Trail. BBQ-Pizza mit viel Fleisch. Süss statt salzig — ich weiss bis heute nicht was ich davon halten soll. Gross war sie, das hat mir gefallen. Für US-Verhältnisse teuer, für Schweizer Verhältnisse in Ordnung.
Zum ersten Mal Gefriergetrocknete Wandernahrung gekauft zum Ausprobieren — Heisswasser rein, aus der Packung essen. 1.300 Kalorien bei demselben Gewicht, das sonst nur 500 Kalorien liefern würde. Ich verstehe den Reiz, werde aber nicht wechseln — 14 bis 15 Dollar pro Mahlzeit ist zu viel. Ich bleibe bei Reispaketen und Tortillas. Ein Kilo Tortillas gekauft — zehn sehr grosse, jede etwa so gross wie eine kleine Pizza. Ich fand das nötig. Und ich stehe dazu.
Auch ein Bärenwarnsschild gesehen und kurz überlegt, ob ich einen Bärenkanister bräuchte. Wahrscheinlich noch nicht.
Morgen zurück auf den Trail. Vierzehn Meilen bis zur nächsten Wasserquelle. Fünf Liter sollten reichen.
Fotos — 17. & 18. April



