Technisch gesehen ist der Tag noch nicht vorbei. Das ist das erste Mal, dass ich einen Post quasi live schreibe — ich gehe aber nicht davon aus, dass heute noch viel Aufregendes geschehen wird.
The day started wet. As I mentioned yesterday, I was up early but had to wait for everything to dry before I could pack. The mosquito net held up perfectly — no issues there. If I’d known about the creek, I’d have used my emergency foil bivvy. Waterproof, weighs almost nothing — I carry it for rainstorms and genuine emergencies. Instead I had a slow breakfast.
Mir sind die Haferflocken ausgegangen. Die Hikerin in der Nähe hatte welche — wir haben getauscht: ihre Haferflocken gegen meine gehackten Datteln. Ein guter Deal aus meiner Sicht. Danach sass ich herum und las, während ich darauf gewartet habe, dass die Sonne aufgeht und alles trocknet.
Am späteren Vormittag bin ich losgelaufen und nach etwa 8 Meilen in einen kleinen Ort gekommen. Es gibt dort ein Community Center — wirklich beeindruckend. Öffentliche Duschen, aus allerlei Teilen zusammengebaut. Viel Druck, warmes Wasser, grosse bewegbare Duschbrausen. Ein Haken zum Aufhängen wäre schön, aber sonst top.
Ich wäre gerne am selben Tag weitergelaufen, aber meine Powerbank war leer und hat ewig lang gebraucht zum Laden. Also habe ich die Zeit genutzt und meine Zweitgarnitur von Hand gewaschen. Ich habe nicht viel dabei — ein Extra-T-Shirt und Unterwäsche, die ich im Wechsel trage. Die langärmlige Oberbekleidung konnte ich gleich mitwaschen. Alles hängt jetzt auf der Wäscheleine.
Als ich die Stadt verliess, war es bereits dunkel. Gleich ausserhalb — leider wieder an einem Bach — gibt es eine Möglichkeit, das Zelt aufzustellen. Genau dann habe ich gemerkt, dass meine Zelt-Heringe weg sind. Wo auch immer. Zum Glück ist mein Zelt selbststehend und es windet gerade nicht.
Ich bin zum Community Center zurückgelaufen, in der Hoffnung, sie beim Auspacken der Wäsche verloren zu haben. Kein Glück. Ich hoffe, jemand findet sie und bringt sie rein. Falls nicht, muss ich neue besorgen — sollte nicht schwierig sein. Meine beste Vermutung: ich habe sie beim Cowboy-Camping am Bach liegengelassen und nicht sorgfältig genug geschaut, als ich aufgebrochen bin.
Auf dem Rückweg zum Camp bin ich gerannt — im Dunkeln, mit der Handy-Taschenlampe — teils weil ich Lust dazu hatte, teils weil es schneller ging. Ein komisches Gefühl, nach zwei Wochen Wandern mal wieder zu rennen. Und ohne Rucksack.
Jetzt stelle ich mein Zelt auf. Ohne Heringe. Es hat einen Bach in der Nähe — aber nach gestern Nacht weiss ich, was zu tun ist.
