April 22 — Datteln, ein Bach und eine sehr schlechte Nacht

Ich bin erneut mit Kopfschmerzen aufgewacht, habe mich dennoch zum Laufen entschieden — allerdings sehr spät. Es war bereits früher Nachmittag, als ich endlich losgekommen bin.

Ich habe etwas Neues zum Frühstück ausprobiert: gehackte Datteln in meine Haferflocken mischen. Ich hatte sie irgendwo unterwegs gekauft. Es war richtig gut.

Breakfast with dates and oatmeal, April 22

Nach etwa 4 Meilen habe ich an einer Stelle Pause gemacht, wo der Trail einen Bach überquert. Ich hatte eigentlich nur kurz Wasser trinken wollen — vielleicht würde das gegen die Kopfschmerzen helfen. Stattdessen bin ich mit einer Hikerin ins Gespräch gekommen, die ein Stück hinter mir gelaufen war. Wir haben über Essen, Hikingerfahrungen und vieles mehr geredet. Irgendwann haben wir entschieden, da zu bleiben und unser Nachtlager aufzuschlagen.

Sie verwendet die Cold-Soak-Methode — kein Kochen, einfach Essen in kaltem Wasser einweichen. An diesem Abend hat sie Couscous mit Öl und Knoblauch gemacht. Ich hatte angemerkt, dass sie meiner Meinung nach zu viel Öl hineingibt. Es kam nicht gut. Nicht so schlimm wie damals, als ich auf einem Hike in der Schweiz zu viel Öl in mein Essen gegeben hatte und es in derselben Nacht wieder loswerden musste — aber sie hat es gespürt. Der Magen kann einfach nicht so viel konzentriertes Fett auf einmal verarbeiten. Die Faustregel ist wohl etwa ein Teelöffel pro Mahlzeit. Das ist natürlich anders, wenn man etwas brät — aber wenn man rohes Öl einfach direkt ins Essen gibt, sollte es wenig sein.

Da ich erst ein paar Stunden zuvor mein Zelt abgebaut hatte, war mir der Aufwand zu gross, alles wieder aufzustellen. Also habe ich mich für Cowboy Camping entschieden — einfach die Matte ausrollen und unter dem Himmel schlafen. Das war eine schreckliche Fehlentscheidung.

Nicht wegen Tieren oder Insekten. Ich hatte meinen Hut aufbehalten und ein Insektennetz über mich gezogen, das war kein Problem. Das Problem war der Bach direkt neben mir. Das war das erste und letzte Mal, dass ich Cowboy Camping direkt neben fliessendem Wasser mache. Die Feuchtigkeit hat sich über die Nacht über alles gelegt. Als ich um 1 Uhr aufgewacht bin, habe ich ernsthaft gedacht, es hätte geregnet — so nass war mein Schlafsack. Sogar der innere Mummy-Liner, ein leicht waschbarer Seiden-Innenschlafsack, den ich im Hauptschlafsack verwende um ihn vor Schmutz zu schonen, war richtig durchfeuchtet. Ein nasser Schlafsack wärmt natürlich nicht mehr, also hatte ich obendrauf auch noch kalt. Es war eine wirklich unangenehme Nacht.

Alles andere wäre perfekt gewesen. Ich hatte mein Kissen gewechselt — Kleider in einen Sack gestopft statt des aufblasbaren Kissens — und das war viel bequemer. Aber die Feuchtigkeit war wirklich übel. Sogar mein E-Reader, den ich auf dem Rucksack liegen hatte, sah aus wie eine eisgekühlte Trinkflasche an einem heissen Sommertag — so viel Kondenswasser war drauf.

Die Kopfschmerzen waren am Abend besser als am Morgen. Ein kleiner Sieg.

Trail, April 22
Campsite, April 22
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