Der Morgen war soweit gut. Ich habe Oatmeal zubereitet. Während ich zusammenpackte, kamen andere Hiker vorbei — eine Gruppe und zwei einzelne. Einen davon kannte ich. An dem Tag, an dem ich nach Big Bear gewandert bin, hatten sich zwei Hiker und ich ständig gegenseitig überholt. Er war einer davon. Ich bin schrecklich mit Namen, und seiner ist mir gerade entfallen.

Dann bin ich weitergelaufen. Hoch, runter, und erstaunlich wenig Leute auf dem Trail. Irgendwann bin ich vom Weg abgekommen. Der PCT führte über eine Erdstrasse, und ich habe den Anschluss wohl nicht gesehen. Als ich es gemerkt habe, bin ich einfach weitergelaufen — der Weg mündet sowieso wieder in den PCT. Der Tag hatte kühl begonnen, mit sehr tief hängenden Wolken und hoher Luftfeuchtigkeit. Ohne die Sonne blieb es kühl und feucht, mit ein paar wenigen wärmeren Abschnitten. Ich musste zum T-Shirt die Softshell-Jacke anziehen.
Irgendwo auf dieser Strasse bin ich einem Mann begegnet, der mit seinem Auto hochfuhr. Er hatte die Strasse gesehen und wollte schauen, wo sie hinführt. Wir haben uns kurz unterhalten und ich habe ihm gesagt, dass oben Endstation sein wird für sein Auto. Er hat mir ein Bier angeboten. Habe ich abgelehnt — ich mag Bier nicht.
Von da an ging es für ein Stück sehr, sehr windig weiter. Der Weg führt wieder auf den PCT und ich konnte Wasser auffüllen. Mit sieben Litern bin ich weitergelaufen. Ich dachte, das sei viel mehr, als ich brauchen würde. Stellte sich heraus, ich hatte intuitiv richtig aufgefüllt — ich hatte einfach alles vollgemacht, weil ich keine Lust hatte zu rechnen. Der Plan für den nächsten Tag war, mit drei Litern loszugehen, also brauchte ich die heutige Ration plus drei Liter obendrauf. Es kam dann anders.
Wieder aufwärts. An einem netten kleinen Campspot bin ich auf eine Hikerin gestossen. Sie fand es ganz witzig, dass überhaupt jemand auftauchte — sie hatte den ganzen Tag keine Menschenseele gesehen. Das war bestimmt interessant. Wir haben ein wenig geredet. Sie hat erzählt, dass sie heute sehr spät losgelaufen sei, um 8 Uhr, und sich den ganzen Tag schlecht gefühlt habe. Ich musste lachen — wenn ich um 10 Uhr loskomme, bin ich für meine Verhältnisse extrem früh dran.
Der Wind oben war stark. Ich hatte mit einer sehr windigen und eventuell regnerischen Nacht gerechnet, also habe ich das ganze Zelt mit allen Layern aufgestellt — nach langer Zeit mit Cowboy-Camping, Hobo Camping oder nur dem Innenzelt. Mit allen Schnüren ordentlich gespannt und befestigt. Im Nachhinein war das übertrieben: Kaum wollte ich schlafen gehen, hat der Wind aufgehört. Es hat aber leicht geregnet, also war zumindest die Entscheidung, das Zelt überhaupt aufzustellen, eine gute. Nachdem mein Zelt beim letzten starken Wind beschädigt wurde, wollte ich einen erneuten Schaden auf jeden Fall vermeiden.
Die Gelegenheit habe ich genutzt, ein paar Löcher zu reparieren. Mit den selbstklebenden Patches habe ich bisher keine wirklich guten Erfahrungen gemacht — sie halten, aber nur sosolala. Um sicherzugehen, habe ich den Schuhleim verwendet, den ich für die Reparatur meiner Schuhe gekauft hatte. Mal schauen, wie gut das hält.
Beim Zubereiten des Abendessens — ich habe die vermutlich schlechte Angewohnheit entwickelt, im Zelt zu kochen — ist mir meine Wasserflasche umgefallen und hat den gesamten Topfinhalt ausgeleert. Riesige Sauerei. Und genau hier war ich froh, genug Wasser dabei zu haben. Weil das Zelt leicht am Hang stand, ist es ganz gut gelungen, alles aus dem Zelt zu spülen. Ich hoffe jetzt, dass es nicht die ganze Nacht nach scharfem Reis riechen wird.
Weil meine Tortillas sowieso immer auseinanderfallen, habe ich angefangen, sie gleich auseinanderzureissen, in den Topf zu werfen und von da auszulöffeln. Klar würde ich sie lieber anders essen, aber als Alternative ganz brauchbar. Ich hoffe weiterhin, die guten Tortillas wiederzufinden — bis dahin weiss ich mir zu helfen.
Die Nacht war dann ganz ok — wenig Regen, viel Ruhe. Alles in allem ein guter Tag, und erneut kühl. Nicht so heiss ist zum Wandern ganz angenehm, auch wenn ich mehr Kleidung anziehen musste.